Vorschriften in der Projektplanung So wird das Bauprojekt auch rechtlich zum Erfolg

Die Projektplanung umfasst in den Augen der meisten Betrachter vor allem Gewerke, Termine und Zeitschienen. Eng damit verbunden, regelmäßig aber vernachlässigt, sind die unzähligen Rechtsvorschriften, die ebenfalls unmittelbar auf das Management eines Projekts Einfluss nehmen. 

Mehrstockiges Haus in Form einer echten großen Jacht in mitten von Hochhäusern.
Foto: Unsplash / SHUJA OFFICIAL

Rechtliche Vorgaben für ArchitektInnen und weitere PlanerInnen

Hand mit hochzeigenden Daumen aus einem Haufen von Blättern und Pflanzen.
Foto: Unsplash / Katya Austin
Blaue Leuchtschrift mit dem Schriftzug: Planning tomorrow, today.
Foto: Unsplash / Kina To

Den ersten Rahmen einer funktionierenden Projektplanung bilden die PlanerInnen selbst, also ArchitektInnen, StatikerInnen und weitere Fachingenieure und Ingenieurinnen aus dem Bereich Haustechnik und anderer Themenfelder. Deren Leistungsumfang - und damit ihr Beitrag zum Bauprojekt - kann zwar individuell vertraglich geregelt werden, die jeweiligen Honorarordnungen (HOAI) sind jedoch verbindlich anzuwenden und damit geltendes Recht. Sie machen unter anderen Festsetzungen auch klare Vorgaben, welche Leistungen in welcher Leistungsphase zu erbringen sind und welche Tätigkeiten gegebenenfalls separat vereinbart werden müssten. Damit bilden die Honorarordnungen einen großen Teil der sonst nur aufwändig klärbaren Zuständigkeiten innerhalb des Projekts ab und können als allgemein bekanntes Grundgerüst der Planungsleistungen auch die Projektplanung deutlich einfacher gestalten.

Großes Passagierflugzeug steht mitten im Wald umgeben von hohen Tannen.
Foto: Unsplash / David Kovalenko
„Wenn man es nicht schafft zu planen, plant man, es nicht zu schaffen.“ Benjamin Franklin
Benjamin Franklin National Memorial in der Rotunde des Franklin Institute in Philadelphia.
Foto: Unsplash /
Stilisierte Darstellung eines Megaphons in Gelb

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Vorschriften für Handwerker und Werkverträge

Bauarbeiter schleift eine Trockenbau-Decke ab. Licht nur von einer kleinen Lampe.
Foto: Unsplash / Henry & Co.

Zwingend anzuwenden ist die Vertragsordnung für Bauleistungen VOB nur im öffentlichen Sektor. Trotzdem lohnt es sich, diesen Regelkomplex auch bei anderen Vorhaben zu vereinbaren und so zum Bestandteil des Projektablaufs zu machen. Denn die VOB regelt umfassend alle vertraglichen und damit auch zeitlichen Abhängigkeiten rund um die Werkverträge der einzelnen Handwerker. Bindefristen und Zuschlagsfristen geben einen klaren Rahmen vor, wie die Ausschreibungsphase innerhalb des Projektablaufs zu berücksichtigen ist. Typische Bindefristen nach VOB sind 60 Tage, sodass nach rund zwei Monaten die Angebotsprüfung und -wertung mit der Auftragsvergabe enden muss. Abnahme- und Widerspruchsfristen aus der VOB regeln außerdem Zeiträume im Bauzeitenplan. Hierzu zählt beispielsweise die Frist zur Mängelbeseitigung. Neben der angemessenen Frist von i. d. R. 2 Wochen für die Mängelbeseitigung spielen hier auch Gewährleistungen eine Rolle, die gemäß VOB 4 Jahre laufen, nach BGB dagegen 5 Jahre.

Bunte Kuckucksuhr an einer orangenen Wand.
Foto: Unsplash / Erik Mclean
Kleines Haus über einer Kante eines Hochhauses gebaut.
Foto: Unsplash / Cindy Tang

Projektmanagement und technische Regelwerke

Modernes Gebäude aus Beton mit spitzen flachen Dachüberstand.
Foto: Unsplash / Victor
Bauarbeiter mit neongelber Warnkleidung verbindet runde Stahlstangen auf dem Boden.
Foto: Unsplash / Mads Eneqvist

Technische Vorgaben klären vordergründig vor allem die Art und Weise der Umsetzung einer einmal beschlossenen Planung. Aber auch die Projektplanung wird davon immer wieder tangiert. Der Einsatz des vielseitigen und komplexen Baustoffs Beton wird beispielsweise gleich durch eine ganze Reihe technischer Normen geregelt. Die DIN EN 13670 / DIN 1045-3 klärt etwa die Verarbeitung und das Abbindeverhalten des Baustoffs, aus dem sich unter anderem die Wartezeit von 28 Tagen bis zur Norm-Festigkeit ergibt. Aber auch der Arbeitsbedarf für die Betonnachbehandlung sowie der Ausführungszeitpunkt für das Ausschalen wird in Abhängigkeit von Festigkeits- und Expositionsklasse zumindest in einem groben Rahmen über die aufgeführten Vorschriften geregelt. Ähnlich verhält es sich auch bei verschiedensten anderen Baustoffen, sodass sich als Endergebnis ein ganzer Komplex aus Warte- und Ausführungszeiten für die Baustelle ergibt. 

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